Filialnetz wird überprüft

Erfolgreiche Geschäftsentwicklung der Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding eG

Derzeit zählt die Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding eG 8419 Mitglieder. Deren Vertreter stimmten bei der Vertreterversammlung am Montagabend im Gasthaus Popp in Reichersdorf der vorgeschlagenen Zahlung einer Dividende von 3,5 Prozent zu.

„Die Aufgabe unserer Genossenschaftsbank ist nicht vorrangig die Maximierung der Rendite, sondern die wirtschaftliche Förderung und Beratung der Mitglieder und Kunden. Wir können uns daher nicht aus der Fläche zurückziehen, sondern wir müssen und wollen in der Region ein kompetenter Partner in allen finanziellen Fragen sein.“ Diese Aussage des Aufsichtsratsvorsitzenden Stefan Pritscher zog sich wie ein roter Faden durch die Berichte der beiden Vorstände Rudolf Koller und Andreas Antholzer bei der Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding eG. Direktor Rudolf Koller ließ in seinem Bericht durchblicken, dass die Volks- und Raiffeisenbanken ebenso wie die Sparkassen erfolgreich durch die sogenannte Bankenkrise gegangen seien und diejenigen waren, die für Stabilität im Bankensektor sorgten. „Und jetzt sorgen ausufernde Vorschriften, die sicher für international tätige Großbanken sinnvoll erscheinen, für immer mehr Aufwand“, so Koller. Zur Zinspolitik meinte er, dass Minuszinsen jetzt Realität seien. Strafzinsen für das nicht ausgeben von Geld, das habe es noch nie gegeben. Nach einem Abriss über die Immobilienpreisentwicklung und der Wohnimmobilienkreditrichtlinie ließ das Stichwort „Kontogebühren“ aufhorchen. Der Vorstandsvorsitzende sprach an, dass es gebührenfreie Konten vermutlich nicht mehr geben werde. Dies hänge nicht mit der Gewinnmaximierung zusammen, sondern mit der Bepreisung von Dienstleistungen. War es in Zeiten eines normalen Zinsniveaus möglich, die Gebühren zu subventionieren, so sei dies nun in Zeiten von Minuszinsen ganz einfach nicht mehr darstellbar. „Auch in unserem Haus wird voraussichtlich ab 1. Oktober dieses Jahres eine Gebührenanpassung erfolgen“, so Koller. Schließlich war noch zu vernehmen, dass das Filialnetz und die Öffnungszeiten zu überprüfen seien. Man gehe davon aus, „dass nicht jeder Standort unserer Filialen so bleiben wird, wie er jetzt ist.“ Auf einen Nenner gebracht hörte sich der anschließende Bericht des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Andreas Antholzer folgendermaßen an: Die Geschäftsentwicklung der Raiffeisenbank verlief 2015 erfolgreich und übertraf in Teilbereichen die in der Vorperiode berichteten Prognosen. Trotz aller Turbulenzen, Tiefzinsniveaus und aufsichtsrechtlichen Hürden konnte sich die Bank erfolgreich weiterentwickeln. Alle geplanten Ziele wurden erreicht. Im Einlagengeschäft erhielt man beachtliche Wachstumsraten, die deutlich über den Planungen lagen. Seit der Finanzkrise profitierte man von dem gewachsenen Kundenvertrauen im immer preissensibleren Markt. Nicht unerwähnt ließ Antholzer, dass man nach wie vor einer der besten Steuerzahler sei. Insgesamt habe man für das Jahr 2015 einen Betrag von 1,5 Millionen Euro gezahlt; hiervon gingen 649000 Euro in Form von Gewerbesteuerzahlungen an die Kommunen im Geschäftsgebiet. Die Bilanzsumme stieg um 6,2 Prozent auf 488 Millionen Euro. Vom Bilanzgewinn werden 164000 Euro an Dividende ausbezahlt, an Zuweisung zu den Rücklagen gehen 185000 Euro. Die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sowie die Wiederwahl von Michael Dietl und Günther Wagenbauer in den Aufsichtsrat waren abschließend reine Formsache. -bac-

Aus der Landshuter Zeitung vom 17. Juni 2016.