Informationsabend der Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding eG mit interessanten Themen

Vertreter umfassend informiert - Vorstand Koller ab Januar 2017 im Ruhestand

Wie bereits seit vielen Jahren üblich, lud die Raiffeisenbank im November die derzeit 84 Vertreter der Mitglieder der Bank zusätzlich zur jährlichen Vertreterversammlung zu einem Informationsabend ein, um über aktuelle Themen und die Entwicklung der Bank zu informieren. Der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Pritscher konnte dabei die Mehrzahl der Vertreter begrüßen. Eingangs informierte er die anwesenden Mitglieder über das bevorstehende Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden Rudolf Koller. Dieser wird zum 31.12.2016 aus der Bank in den wohlverdienten Ruhestand ausscheiden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats würdigte in einer kleinen Ansprache die über 46-jährige Tätigkeit bei der Raiffeisenbank, davon fast 22 Jahre als Vorstand. Koller leitete die Bank mit seinen Vorstandskollegen auch in schwierigen Zeiten und war für die erfolgreiche Fusion der damaligen selbständigen Genossenschaftsbanken in Altdorf und Ergolding im Jahr 2001 mitverantwortlich. Neben dieser Personalangelegenheit wurden die Vertreter auch über aktuelle Themen informiert, wobei sich die Vorstandsmitglieder diese Aufgabe teilten. Koller informierte über die zunehmende Flut an Vorschriften, die auch eine kleine Bank zu bewältigen hat. Über das Ziel hinausgeschossen ist die seit Frühjahr 2016 geltende Wohnimmobilienkreditrichtlinie, die den Verbraucherschutz verbessern soll, aber nun zur Folge hat, dass einige Wohnbaufinanzierungen abgelehnt werden müssen, die früher problemlos darstellbar waren. Die derzeitige Niedrigzinsphase und die Einführung von Minuszinsen bei anderen Banken waren ein weiteres Thema. Sollte die Niedrigzinsphase länger andauern, kann die Einführung von Minuszinsen bei der Raiffeisenbank nicht ausgeschlossen werden, da die Bank derzeit für Einlagen sowohl bei der Europäischen Zentralbank als auch bei der verbundeigenen Zentralbank, der DZ-Bank, Minuszinsen für Einlagen bezahlen muss. „Es ist paradox, dass man heute darauf achten muss, dass keine großen Einlagenbeträge von anderen Banken, die bereits Minuszinsen verrechnen, in unser Haus transferiert werden. Früher war man froh, Einlagen zu bekommen. Da insbesondere die europäischen Staaten von den niedrigen Zinsen profitieren, ist kein Interesse der Politik an steigenden Zinsen vorhanden. Leidtragende sind die Sparer, als auch die deutschen Banken.“, fasste Koller zusammen. Auch die Filialschließungen in Käufelkofen und Gammelsdorf waren ein Thema, wobei in Gammelsdorf künftig mit der Sparkasse Moosburg eine gemeinsame SB-Geschäftsstelle betrieben wird. Die frei werdenden Räumlichkeiten werden zu Wohnungen umgebaut. Außerdem investiert die Bank derzeit in Wohnimmobilien in Bruckberg und Gündlkofen auf vorhandenen Grundstücken und wird im Jahr 2017 dreizehn Reihenhäuser und zwei Wohnungen zur Vermietung anbieten. Hier ist zumindest noch eine Rendite zu erzielen und Wohnraum ist im Raum Landshut ohnehin sehr knapp.
Vorstand Andreas Antholzer informierte über die aktuellen Bilanzzahlen. Das Wachstum ist sowohl beim Kreditgeschäft, als auch bei den Einlagen weiterhin überdurchschnittlich. Das zeigt, dass die Kunden weiterhin großes Vertrauen in die genossenschaftliche Bank haben, so Antholzer. Das Betriebsergebnis wird im Jahr 2016 rückläufig sein, aber über dem bayerischen Durchschnitt liegen. Die Mitgliederzahlen in 2016 sind im Wesentlichen konstant geblieben. Die Bank beschäftigt 100 Mitarbeiter und bietet weiterhin Ausbildungsplätze an. Derzeit werden neun Auszubildende beschäftigt.
Vorstand Josef Wittmann informierte die Anwesenden über die Möglichkeiten der Geldanlage in der Niedrigzinsphase und über Neuheiten beim Online-Banking. Zwischenzeitlich hat der Kunde auch die Möglichkeit über WhatsApp mit der Bank zu kommunizieren. Die fortschreitende Digitalisierung ermöglicht auch das bequeme Bezahlen von Rechnungen, indem man sie abfotografiert, sowie das Geldabheben am Geldautomat mit dem Smartphone. Die sicherste Methode des Bezahlens im Internet stellt derzeit das Produkt „paydirekt“ dar. Diese Bezahlmöglichkeit wurde vom deutschen Bankensystem entwickelt. Es gilt der Deutsche Datenschutz. Warenkorbdaten werden nicht verkauft und auch die Kontodaten gelangen nicht zum Händler. Abschließend konnte Wittmann noch die Spendenfreudigkeit der Bank darstellen. Aus dem Gewinnsparzweckertrag können auch dieses Jahr über 55.000 € an Spenden an gemeinnützige Institutionen im Geschäftsgebiet vergeben werden. Darüber hinaus sind zwischenzeitlich alle unsere Filialen mit Defibrillatoren ausgestattet, so Wittmann weiter.
Nach der Beantwortung verschiedener Fragen wurden die Gespräche bei einem gemeinsamen Imbiss fortgesetzt.

V. L. Direktor Andreas Antholzer (Vorstand), Stefan Pritscher (Aufsichtsratsvorsitzender), Direktor Rudolf Koller (Vorsitzender des Vorstands), Josef Wittmann (Vorstand)