Jetzt für später vorsorgen

Großes Interesse an Vortrag über Erbfolge, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung

Hans-Martin Fink, Trainer ABG, referierte exklusiv für Kunden der Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding eG zum Thema "Alles geregelt?".
Direktor Andreas Antholzer und Direktor Josef Wittmann konnten mehr als 100 interessierte Kunden und Mitglieder zu der Veranstaltung begrüßen. Als zusätzlichen Mehrwert für die Kunden der Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding eG wurde der Spezialist Hans-Martin Fink eingeladen, um die Themen Erben und Vererben, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsvereinbarung näher zu durchleuchten.

Hans Fink eröffnete seinen Fachvortrag mit den Grundlagen des Erbrechts. "Mit dem Tode einer Person, also dem Erblasser, geht das Vermögen, die Erbschaft, als Ganzes auf eine oder mehrere Personen, den Erben, über. Die Testierfreiheit gibt dem Erblasser die Möglichkeit zu bestimmen, auf wen sein Vermögen nach seinem Ableben übergeht.", erklärte Fink. Als nächstes stellte der Referent die Frage "Wer wird Erbe?". Habe man bei Lebzeiten keine Regelung getroffen, so tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft, also das Gesetz entscheidet. Unterteilt wird die Erbfolge nach Ordnungen, das heißt nähere Verwandte (höhere Ordnung) schließen entferntere Verwandte (niedrigere Ordnung) aus. Kinder, Erben 1. Ordnung, erben zu gleichen Teilen, wobei man wissen sollte,  auch nichteheliche Kinder sind voll erbberechtigt. Weiter ging er auf die Erben der 2. Ordnung, wie Eltern, Geschwister, Neffen, Nichten, usw. und 3. Ordnung ein und erklärte mit Beispielen das Erbrecht des Ehegatten. Natürlich wirkt sich auch der eheliche Güterstand auf die Erbverteilung aus.
Fink verstand es anhand von verschiedensten Beispielen, den Zuhörern einen gut verständlichen Überblick zu geben. Grundsätzlich kann jeder Erblasser über sein Vermögen frei verfügen, aber um den Schutz naher Angehöriger vor Enterbung zu gewährleisten besteht laut Gesetz ein Pflichtteilsanspruch. "Pflichtteilsberechtigt sind nur die Abkömmlinge, die Eltern und der Ehegatte des Erblassers. Sie haben einen Geldanspruch in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils.", erläuterte Fink.

"Will ich über mein Vermögen selbst die Erbnachfolge bestimmen muss ich zu Lebzeiten handeln", so Fink. Das geschieht in Form eines privatschriftlichen Testaments, als Einzeltestament oder als gemeinschaftliches Testament, mit einem notariell beurkundetem Testament oder mit einem Erbvertrag. Zu dem Thema "Erben und Vererben" gehört natürlich auch die Erbschafts- und Schenkungssteuer. Die Steuerfreibeträge für Ehegatten und auch Lebenspartner betragen 500.000 Euro, für Kinder 400.000 Euro, für Enkel 200.000 Euro, für Eltern 100.000 Euro und für Personen der Steuerklasse II und III einheitlich 20.000 Euro. Der Steuersatz bewegt sich zwischen 7 Prozent bis 50 Prozent und richtet sich nach Abzug des Freibetrags nach der Höhe des Vermögenswerts und nach der Steuerklasse.

Weiter veranschaulichte der Referent , wie wichtig es ist, bereits in gesunden Tagen sich mit diesen wichtigen Themen zu beschäftigen und vorzusorgen. Jeder kann durch Unfall, Krankheit oder nachlassende Kräfte im Alter in die Lage geraten, Angelegenheiten seines Lebens nicht mehr selbst regeln zu können. Daher ist es empfehlenswert, dass nahestehende Personen durch eine Vorsorgevollmacht bevollmächtigt werden, für einen zu handeln, wenn man selbst nicht mehr in der Lage ist. Liegt keine Vorsorgevollmacht vor, wird im Betreuungsverfahren durch das Gericht ein Betreuer bestellt, wobei Familienangehörige nicht unbedingt berücksichtigt werden. Ratsam sei es auch, neben der Vorsorgevollmacht eine Patientenverfügung einzurichten, um den Willen des Patienten bei der medizinischen Versorgung am Lebensende zu dokumentieren.

Anschließend erläuterte der Referent, wie jeder sein Vermögen bei Krankheit und Unfall schützen kann und so seinen Kindern finanziell nicht zur Last fallen muss. Mit welchen Kosten man bei einer Pflegebedürftigkeit rechnen muss, wie hoch sich das Pflegegeld je nach Pflegegrad beläuft und wie man sich in einem Pflegefall zusätzlich absichern kann informierte der Referent weiter.

Zum Abschluss beantwortete Hans Fink noch viele interessante Fragen der Zuhörer und stand im Anschluss daran noch für Einzelfragen zur Verfügung. Direktor Wittmann fasste am Ende zusammen, dass es wichtig sei, sich mit diesem sensiblen Thema rechtzeitig auseinanderzusetzen und auch entsprechend zu regeln. "Da das Thema Erbrecht, Vollmachten und Patientenverfügung sehr umfangreich ist, ist es sinnvoll sich individuell beraten zu lassen" so Direktor Wittmann. Bei Hans Fink bedankte sich Direktor Josef  Wittmann sehr herzlich für die ausführlichen und wichtigen Informationen.

Direktor Andreas Antholzer, Hans-Martin Fink und Direktor Josef Wittmann