Wie schütze ich mich vor einem Einbruch

Kundenveranstaltung der Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding eG

Vor kurzem lud die Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding eG interessierte Kunden zu einem Informationsabend zum Thema "Wie schütze ich mich vor einem Einbruch" in das Bankgebäude der Raiffeisenbank ein. Die Direktoren Rudolf Koller und Andreas Antholzer  freuten sich, dass sehr viele Gäste der Einladung gefolgt sind. "Ihr zahlreiches Erscheinen zeigt uns, dass zu diesem Thema erheblicher Informationsbedarf besteht, den wir, als regionale Bank vor Ort, sehr gerne abdecken",
Unter zehn Sekunden dauert es, bis man ein Standardfenster ohne einbruchhemmende Schutzvorrichtung mit einem großen Schraubenzieher aufhebeln kann. Zehn Sekunden - dann ist ein geübter Einbrecher im Haus. Das gilt für ein geschlossenes Fenster - bei einem gekippten ist die Sache noch einfacher. Da braucht es nicht mal Gewalt, sondern einfach nur Geschick; wer das hat, kann sich so schnell unerlaubt  Zugang zu einem Haus verschaffen. Dabei gibt es schon sehr einfache Mittel, um es Einbrechern schwerzumachen, sagt Kriminalhauptkommissar Maierhofer von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle. Er ist für Tipps und Tricks zuständig, wie man Haus und Wohnung am besten vor Langfingern schützen kann.

Dabei gibt es gute Nachrichten: Immer mehr Einbruchsversuche bleiben im Versuch stecken. Waren es 1993 noch 28 Prozent, geben jetzt über 40 Prozent der Täter während der Tat auf. Die Aufklärung in Sachen Sicherheitstechnik hat dazu beigetragen, auch sind Hausherren mittlerweile bereit, mehr Geld für bessere Fenster und Türen auszugeben.

Brennt noch Licht?

Nicht nur Einbrecher bereiten Probleme, sondern auch so genannte "Einschleichdiebe", die vor allem im ländlichen Bereich unterwegs sind. Sie nutzen offene Türen und Fenster um ins Haus zu kommen. Ob Bewohner nicht daheim sind, können Einbrecher leicht daran erkennen, dass kein Licht brennt oder das Auto nicht in der Garage ist. Dann öffnen sie mit einfachen Mitteln - dabei genügt manchmal schon ein dünner Draht - Türen ; und schon sind sie im Haus. Maierhofer rät daher, die Haustür immer abzusperren und auch Fenster nie gekippt zu lassen. "Ein gekipptes Fenstern ist ein offenes Fenster", sagt er. Ergänzend sollte man eine Zeitschaltuhr programmieren, dass das Haus während einer Abwesenheit beleuchtet wird und so auf den ersten Blick ein bewohnter Eindruck entsteht. Ebenso rät der Referent dazu, Mülltonnen oder Leitern wegzuräumen oder wenigstens an nicht-beweglichen Pfosten oder Zäunen festzuketten. Somit können Einbrecher die Tonnen oder Leitern nicht auf die Schnelle als Aufstiegshilfe nutzen. Die Täter seien meist auf Bargeld und Schmuck aus, jedoch in den meisten Fällen nicht gewaltbereit. Vor allem im ländlichen Bereich sind die Einschleichdiebe unterwegs. Zwei Drittel der Einbrüche geschehen zwischen 6 und 20 Uhr, vor allem am Vormittag und in der Dämmerung. Wer einen Einbrecher bei sich in der Wohnung zufällig antrifft, sollte sich keinesfalls den Tätern in den Weg stellen. Schon allein das Licht anzuschalten reiche um die Einbrecher zu vertreiben, "Oberste Priorität ist, sich niemals selbst zu gefährden," meinte der Referent. Beim Bemerken eines Einbruchs ist sofort die Polizei zu rufen. Außerdem soll man darauf achten, wohin die Einbrecher verschwunden sind oder ob sie für die Flucht ein Fahrzeug verwendet haben.

Erste Minuten zählen

Die Annahme "wenn einer rein will, dann schafft er das auch", stimmt laut Maierhofer nicht ganz.  Die ersten Minuten zählen bei einem Einbruch: Wird der Täter mit entsprechenden Sicherungssystemen stark in Schach gehalten, gibt er oft auf. Fast zwei Drittel der Einbrüche geschehen auf der Gebäudeseite, die der Straße abgewandt ist - z.B. an der Terrassentür und am Terrassenfenster. Dabei wird in drei Viertel der Fälle sehr einfaches Werkzeug wie Schraubendreher und Ähnliches benutzt. Standardbeschläge halten dem nicht stand - einbruchhemmende Fensterbeschläge jedoch schon. Ältere Fenster kann man auch mit aufschraubbaren Fenstersicherungen wirksam aufrüsten, zusätzlich sollte man auf abschließbare Fenstergriffe achten. Für Haustüren gilt: Mehrfachverriegelung, stabile Schutzbeschläge und Schließbleche und ein einbruchhemmender Profizylinder helfen gegen Einbrecher. Zusätzlich sollten Gitterroste über Lichtschächten gesichert werden - ist der Täter erst einmal im Lichtschacht, hat er alle Zeit der Welt, um das Fenster zu knacken. Bauherren sollten sich vor dem Bau eines Hauses bereits Gedanken über Sicherungsmaßnahmen machen: Eine Nachrüstung kommt nämlich laut Maierhofer viel teurer als der Einbau bei Errichtung des Hauses. "So kann man sich hohe Kosten sparen." Mehr Tipps zum Einbruchschutz gibt es auf der Homepage der Polizei www.polizei-beratung.de

Unser Bild zeigt: Direktor Andreas Antholzer, Kriminalhauptkommissar Bartholomäus Maierhofer, Prokurist Josef Wittmann und Direktor Rudolf Koller von der Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding eG

Veranstaltung Einbruchschutz