Vor welchen Herausforderungen steht der Mittelstand

Info-Abend für Unternehmer in der Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding eG

Vor kurzem lud die Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding eG Kunden zu einem UnternehmerKolleg zum Thema "Wohin der Weg führt - Chance und Herausforderung für den Mittelstand" in das Bankgebäude ein.  Direktor Rudolf Koller und Direktor Andreas Antholzer begrüßten neben zahlreichen Firmenkunden als Referenten Prof. Dr. Thomas Meuche, Professor für Betriebswirtschaft  mit dem Schwerpunkt Finanzmanagement an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hof.


Vor welchen Herausforderungen steht der Mittelstand? Mit dieser Frage setzte sich der Vortrag von Prof. Thomas Meuche bei der Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding auseinander. "Zunächst werden trotz des Zustroms an Einreisewilligen die seit Jahren diskutierten demographischen Herausforderungen bleiben", begann der Referent seinen Vortrag. "Wie die Gesellschaft, so altern auch die Belegschaften in den Unternehmen. Die Gewinnung von Nachwuchskräften, angefangen bei den Auszubildenden, wird  nicht die einzige Herausforderung sein. Selbst wenn sich diese Frage durch Zuzug lösen würde, bleiben die alternden Belegschaften", so Meuche.  "Neben der Tatsache, dass Mitarbeiter in höherem Alter im Krankheitsfall länger ausfallen, stellt sich vor allem die Frage, wie es gelingt, die immer höhere Innovationsgeschwindigkeit, die der Markt fordert, mit alternden Belegschaften zu bewältigen. Den wohl gravierendsten Einschnitt in dieser Hinsicht dürfte die Digitalisierung spielen", so Prof. Meuche weiter. "Die Digitalisierung wird in den kommenden Jahren Geschäftsmodelle etablierter Unternehmen in Frage stellen. Selbst die Automobilindustrie, als eine der stärksten Säulen der deutschen Wirtschaft, sieht sich hier riesigen Herausforderungen ausgesetzt. Für die großen Automarken stellt sich die Frage, ob diese künftig noch so wie bisher auf ihre Kunden einwirken können oder ob sie die Hoheit über die Kunden an Internetkonzerne abgeben müssen und dann zu deren Zulieferer degradiert werden. Beim Internetunternehmen Google ist sicher, dass das Unternehmen an der Entwicklung eines eigenen Autos arbeitet, bei  der Firma Apple deutet Vieles darauf hin. Beide Unternehmen werden das Geschäft auf ganz andere Art betreiben, als die etablierten Autohersteller", betonte der Referent. "Die Generation, die nicht mit Smartphones aufgewachsen ist, tut sich schwer mit der schnellen Entwicklung mitzuhalten. Darin liegt nach Ansicht von Prof. Meuche das größte Risiko der Alterung von Belegschaften. "Aber die Digitalisierung wird nicht nur die Großen der Branche betreffen. Die Möglichkeit, Entwicklungen im Internet zu kaufen, eigenkreierte Produkte dort ohne hohe Einstiegsbarrieren anzubieten und über vergleichsweise günstige 3-D-Drucker Unikate ohne hohe Investitionskosten herzustellen, verändert auch das Handwerk. Den einen oder anderen Beruf wird es in der Form künftig nicht mehr geben, gleichzeitig werden aber neue Berufe entstehen, die allerdings tendenziell immer höhere Qualifikationen erfordern" erläuterte Professor Meuche. "Die Digitalisierung wird auch zur Folge haben, dass die Industrie immer näher an den Kunden heranrückt und damit die Zwischenstufen, seien es Handel oder Handwerk zunehmend bedrängen. Die Herausforderung für diese besteht darin, sich in den neuen Geschäftsmodellen der Industrie eine Nische zu suchen. Dies gelingt aber nur, wenn man sich mit der Digitalisierung offensiv auseinandersetzt. Mit der Digitalisierung ist eine gleichzeitige Internationalisierung verbunden, denn das Internet kennt keine Grenzen. Immer mehr kleinere Unternehmen suchen Wachstumsmöglichkeiten im Ausland. Die Zeiten, in denen Internationalisierung ausschließlich ein Thema für die Großkonzerne war, ist vorbei", meinte der Referent. "Unternehmen werden sich in der Zukunft in immer kürzeren Zeiträumen neu erfinden müssen, wenn sie überleben wollen, das ist die eigentliche Herausforderung der neuen Zeit", so Prof. Meuches Fazit.

Unser Bild zeigt: Direktor Andreas Antholzer, Prof. Dr. Thomas Meuche, Direktor Rudolf Koller und Prokurist Hubert Weber von der Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding eG.