Wieder gute Dividende für die Mitglieder

Zufriedene Gesichter bei Vertreterversammlung der Raiffeisenbank

"Uns muss der Spagat zwischen einem flächendeckenden Bankennetz für persönliche Beratungen und Kundenkontakte vor Ort und einem guten Onlineangebot gelingen. Denn nur wer diese Kombination schafft, wird auch weiterhin bestehen können", so Stefan Pritscher, Aufsichtsratsvorsitzender der Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding eG, im Rahmen der Vertreterversammlung, die im Gasthaus "Zum Krax'n Wirt" stattfand.

Für die Raiffeisenbank bedeute dies, dass die Onlineangebote ausgebaut werden, ohne Kunden vor Ort zu vernachlässigen. Dies bedeute aber auch, dass an der "einen oder anderen Schraube" gedreht werden müsse, damit auch weiterhin alles rund laufe und die Aufgaben der Bank zu erfüllen seien. Gerade im Bereich des Onlinebankings gelte es aber im Auge zu behalten, dass hier das Wachstum flacher werde und der Rückgang bei Besuchen von Kunden in den Geschäftsstellen vorerst gestoppt sei.
Die Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding eG sei die mitgliederstärkste Volks- und Raiffeisenbank im Landkreis, so Vorstandsvorsitzender Rudolf Koller. Und die Entwicklung zeige weiterhin nach oben. Die über 8.000 Kunden, werden dabei durch die 80 Mitglieder der Vertreterversammlung vertreten. Seit dem Ausbruch der Finanz- und Bankenkrise im Jahr 2007 konnte die Bank Jahr für Jahr einen erfolgreichen Jahresabschluss präsentieren.
Dies gelte auch für das Jahr 2014, so Koller. "Die Raiffeisenbank hat ein relativ einfaches Geschäftsmodell: Wir nehmen die Einlagen der Kunden herein und geben diese als Kredite in der Region wieder aus und spekulieren dabei nicht an irgendwelchen Börsen", so der Bankvorstand. Ein sorgsamer Umgang mit Geldern sei dabei oberstes Gebot, was sich auch in Krisenzeiten bestens bewährt habe. Bedeutend für die Bank war im vergangenen Jahr die Kapitalerhöhung der Volks- und Raiffeisen-Zentralbank (DZ-Bank), um die künftigen regulatorischen Anforderung erfüllen zu können und einen Puffer für die Zukunft zu haben. Die örtliche Bank war an dieser Kapitalerhöhung von insgesamt 1,5 Milliarden Euro mit zwei Millionen Euro beteiligt.
Koller berichtete zudem zu den immer aufwendig werdenden Vorschriften und Bürokratien, die Bank und Kunden belasten. Hatte ein Darlehensvertrag aus den 1960er-Jahren eine Seite, so seinen es heute über 50 Seiten, die überwiegend gesetzlichen Vorschriften geschuldet sind.
In seinen weiteren Ausführungen informierte Koller noch über weitere Themen, die insbesondere den nationalen Finanzbereich betrafen. Vorstand Andreas Antholzer berichtete zu den Geschäftszahlen 2014 der Bank. "Die Geschäftsentwicklung verlief insgesamt günstig und übertraf teilweise die gesetzten Prognosen", so Antholzer.
Die Bilanzsumme konnte um zwei Prozent auf über 459 Millionen Euro gesteigert werden. Die Gesamtheit aller Einlagen und Kredite konnte um 4,2 Prozent auf 844 Millionen Euro gesteigert werden. Die Forderungen gegenüber Kunden betrug Ende 2014 rund 213 Millionen Euro. Mit einem bilanziellen Eigenkapital von insgesamt rund 33,4 Millionen Euro, beziehungsweise einer Kernkapitalquote von rund 15 Prozent, sei die örtliche Bank vergleichsweise gut aufgestellt, so Antholzer.
Bei den Kundeneinlagen konnte ein deutliches Plus verzeichnet werden. Mit 376 Millionen Euro weise die Bilanz einen um mehr als zwei Prozent höheren Vermögenswert der Kunden als im Vorjahr auf. Die Verwaltungskosten konsoldieren seit Jahren auf einem niedrigen Niveau von 2,2 Millionen Euro und auch der Personalaufwand war mit rund 5,5 Millionen Euro stabil.
Für den Bilanzgewinn in Höhe von rund 357.000 Euro schlug Antholzer folgende Verwendung vor: 188.000 Euro sollen in Form einer vierprozentigen Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet und die restlichen 169.000 Euro der Ergebnisrücklage zugeführt werden.
Im weiteren Verlauf der Versammlung folgte durch Stefan Pritscher der Bericht des Aufsichtsrats über seine Tätigkeit und über das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung. Zusammenfassend konnte demnach ein positiver Prüfbericht bekannt gegeben werden, welcher vom Prüfverband den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erhielt.
Durch die Mitgliedervertreter wurde der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014 und der vorgeschlagenen Verwendung des Jahresüberschusses zugestimmt. Vorstand und Aufsichtsrat wurden entlastet.